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Experienced Involvement – Ein Studiengang für Psychiatrie-Erfahrene

Ausschreibung der Berner Fachhochschule (Fachbereich Gesundheit):
«EX-IN» ist ein europäisches Pilotprojekt mit dem Ziel, Psychiatrie-Erfahrene zu qualifizieren, damit diese als Dozierende oder Mitarbeitende in psychiatrischen Diensten tätig werden können.

Die Erforschung und Behandlung psychischer Störungen hat eine lange Tradition, in der psychiatrisierte Menschen als Objekt der Wissenschaft betrachtet werden. Den Erfahrungen der Betroffenen wird kaum eine Bedeutung beigemessen. Das daraus resultierende Versorgungssystem lässt viele genesungsorientierte Ansätze unberücksichtigt. Viele Nutzerinnen und Nutzer psychiatrischer Dienstleistungen sind mit den Angeboten unzufrieden. Psychiatrie-Erfahrene verfügen über ein grosses Wissen bezüglich unterstützender Haltungen, Methoden und Strukturen, das jedoch kaum in die bestehende Versorgung einfliesst. Viele Untersuchungen haben aufgezeigt, dass die Einbeziehung des Expertenwissen aus Erfahrung beiträgt zu:

  • einem erweiterten Verständnis psychischer Störungen;
  • neuem Wissen über genesungsfördernde Faktoren in der Psychiatrie;
  • der Entwicklung neuer Methoden und umfassender Inhalte in der Fachkräfteausbildung;
  • innovativen Angeboten psychiatrischer Dienste.

Der DAS-Studiengang gliedert sich in zwei Bereiche: Das EX-IN Modul und das DAS-Abschluss-Modul. Sowohl im Basis – wie auch im Aufbaumodul findet je ein Praktikum statt.

Ziele (zu erwerbende Kompetenzen)
Der DAS-Studiengang «Experienced Involvement» soll psychiatrie-erfahrenen Menschen ermöglichen, ihre Erfahrungen zu reflektieren und darauf aufbauend ein Expertenwissen zu erlangen. Mit diesem sind Sie in der Lage, Ihre Erfahrungen gewinnbringend in der Arbeit mit Einzelpersonen, in der Teamarbeit, bei der Organisationsentwicklung, in der Forschung, der Ausbildung oder bei der Förderung von seelischer Gesundheit an andere weiterzugeben. Sie erarbeiten sich so die Grundlage, um an der Verbesserung der psychiatrischen Angebote im Sinne einer Ausrichtung auf Gesundheit und Genesung der Menschen mitzuarbeiten.

Weitere Informationen bei der Berner Fachhochschule, Fachbereich Gesundheit, die den 2-jährigen Studiengang (von September 2012 bis Herbst 2014) anbietet. Informationsveranstaltungen finden am Montag, 24.10.2011, 18.00 bis 20.00 Uhr sowie am Dienstag, 01.11.2011, 18.00 bis 20.00 Uhr statt.

Von defensiv zu attraktiv [Veranstaltung]

Im Rahmen der diesjahrigen Mitgliederversammlung von avanti donne hält Dr. Monique R. Siegel (Wirtschaftsethikerin, Unternehmensberaterin, Autorin) ein Gastreferat zum Thema «Fokuswechsel: Von defensiv zu attraktiv».

Aus dem Text zur Veranstaltung: «Die Integration von Frauen mit Behinderung in die Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen könnte vermutlich besser gelingen, wenn diese Frauen sich von der Defensiv-­Haltung (Fokus auf den Nachteilen gegenüber Nichtbehinderten) verabschieden und sich zu einer proaktiven Vorwärtsstrategie bekennen könnten.
Behinderte Frauen verfügen als Fachexpertinnen, Produzentinnen oder Dienstleisterinnen über viele Talente, Fähigkeiten und Skills – jede auf ihre Art. Zusätzlich bringen sie gefragte Eigenschaften mit wie Durchhaltevermögen oder Empathie.
Was braucht es, um daraus ein Angebot von Kompetenzen und Dienstleistungen zu machen, das für «den Markt» attraktiv ist?»

Samstag, 7. Mai 2011, 10.45 – 12 Uhr
Hotel Continental, Luzern (beim Bahnhof)
Die Platzzahl ist begrenzt. Anmeldungen bitte online über
www.avantidonne.ch oder Tel. 0848 444 888 (Mo – Do, 10 – 12 h)

Look & Roll – Behinderung im Kurzfilm

Morgen am 31. Januar 2011 um 19 Uhr zeigt Procap im Sphères in Zürich eine Auswahl der besten Beiträge des internationalen Kurzfilmfestivals look&roll. look&roll zeigt Filme jenseits gängiger Klischees, die Behinderung mit Unselbständigkeit, Armut und Bevormundung gleichsetzen.

Auf dem Programm steht auch das mehrfach preisgekrönte Roadmovie «Outcasts» des englischen Regisseurs Ian Clarke, der über seine Schauspieler sagte: «Ich wollte eine Gang von Menschen mit Behinderung zeigen, die nicht den üblichen Kampf um Anerkennung führen, sondern die aggressiv, frech, sexy und cool sind.»

Und die Jury von Look & Roll schrieb über den Film um ein verliebtes Mädchen, ein Popstar in Lebensgefahr und eine Gang auf der Flucht: «Die Jury ist überein gekommen, einen Film auszuzeichnen, der durch seine Originalität, seinen Witz und seine Energie das gängige Bild von Behinderung aufbricht. In über- raschenden Wendungen verfolgen wir die Umkehrung des Machtgefälles und die Unterwanderung einer gängigen Mitleidskultur. Ein Ensemble von Schauspielern mit Behinderung erbringt eine Glanzleistung voll von schwarzem Humor. Ein schrilles, provokatives und unterhaltsames Roadmovie.»

Das ganze Programm bei Look & Roll