IV reduziert Rentenbestand mit gefälschten Gutachten

Der Leiter des ZMB (Zentrum für medizinische Begutachtung, Basel) Christoph Ettlin wehrte sich dagegen, Gutachten nach den Wünschen der IV abzuändern – worauf die IV dem Institut keine Gutachteraufträge mehr erteilte. ZMB-Leiter Ettlin schrieb daraufhin dem Chef der Invalidenversicherung in Bern persönlich: Es könne doch nicht sein, dass man für unabhängige Gutachtertätigkeit mit einem Boykott bestraft werde. Antwort erhielt er sechs Wochen später mit einem nichtssagenden Schreiben. Auf den Auftragsboykott ging das Amt gar nicht ein.

Der Verein «Rechtsberatungsstelle UP für Unfallopfer und Patienten», ein Netz spezialisierter Anwälte, hat nun beim Departement des Innern Aufsichtsbe-schwerde eingereicht und verlangt, dass die Sache generell untersucht wird. «Die Annahme ist berechtigt, dass Hunderte, wenn nicht sogar Tausende solcher Gutachten in ungesetzlicher Weise zu Ungunsten der Versicherten abgeändert wurden», sagt der Vereinspräsident und Anwalt Felix Rüegg. Er und seine Anwaltskollegen vermuten, dass, gestützt auf diese Gutachten, «sehr vielen Versicherten» eine IV-Rente verweigert oder eine bereits bestehende entzogen oder reduziert wurde.

Quelle: Beobachter

Und das ist bei weitem nicht das erste Mal, dass die Gutachterpraxis der IV in einen höchst zweifelhaften Licht erscheint: Ärztegutachten – Im Zweifel gegen den Patienten