Die IV macht gute Arbeit – aber niemand merkt es?

Urs Dettling ist stv. Direktor bei Pro Infirmis und schreibt abwechslungsweise mit Nationalrätin Jasmin Hutter (SVP) in einem Blog bei der NZZ über die geplante Zusatzfinanzierung der Invalidenversicherung, über die wir am 27. September abstimmen werden. Seine bisherigen Voten waren nicht eben überzeugend, aber der neuste Eintrag von Herr Dettling bringt mich wirklich zum weinen: Ganz der Tradition der Institution folgend, für die er tätig ist, versucht er Jasmin Hutters üblichem SVP-Missbrauchs-Gerede mit einem herzerweichenden Appell zu begegnen, dass «die IV vielen Menschen mit einer Behinderung Chancen vermittle und deren Integration fördere» und die Negativ-Werbung der SVP nur deshalb so erfolgreich sei, weil die IV es bisher versäumt habe, positive Werbung für sich zu machen mit all dem, was sie für die behinderten Menschen tue.

Die Leistungen der IV seien einfach zu wenig bekannt, schreibt Herr Dettling, obwohl es doch in beinahe jeder Famile irgend einen Onkel oder Cousin gebe, der auf die Invalidenversicherung angewiesen sei.

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300’000 IV-Rentner und die unzähligen weiteren Bezüger von Leistungen wie Hilfsmitteln, Umschulungen werden von der IV angeblich formidabel unterstützt und trotzdem schafft es die SVP, die IV in ein so schiefes Licht zu rücken…?

Und das liegt nur daran, dass IV keine Werbung mit ihren Wohltaten macht?

Dürfen wir nun auch von der IV noch paar mitleiderregende Plakate im Stil der pro Infirmis zur Imgeförderung erwarten? Ein neues Logo? Schön designte Geschäftspapiere?

Ich schlage vor; die IV spart sich die teure PR-Beratungsfirma und veranstaltet stattdessen regelmässig bezahlte Workshops mit wirklichen Fachleuten – ihren Klienten – fragt nach Zufriedenheit, Wünschen und Verbesserungsmöglich-keiten und lässt diese Anregungen in ihre tägliche Arbeit einfliessen. Das würde mit Sicherheit schon einges am negativen Image der IV ändern.