Staatsmonopol für Hilfsmittel?

Das Bundesamt für Sozialversicherungen will im Rahmen der 6. IV Revision eine Rechtsgrundlage schaffen, um Hilfsmittel wie beispielsweise Rollstühle oder Hörgeräte selber einkaufen zu können. In Zukunft soll also komplett über den Kopf der Betroffenen hinweg und an deren Bedürfnissen vorbei der Staat entscheiden können, welche Hilfsmittel er den Betroffenen zur Verfügung stellt.

Einerseits wird den Behinderten in der Schweiz ständig erzählt, jeder hätte eigenverantwortlich für sich selbst zu sorgen, Neoliberalistische Grundsätze an allen Ecken und Enden werden propagiert  – Aber für den Hilfsmittelmarkt wird auf einmal wieder die sozialistische Planwirtschaft herangezogen und die Regeln des freien Wettbewerbs – Konkurrenz sorgt für bessere Qualität und sinkende Preise – ignoriert. Behinderte werden als «zu Versorgende» degradiert, die gefälligst zufrieden und dankbar zu sein haben mit dem Rollstuhlmodell, das der Staat ihnen zugesteht.

Und selbstverständlich weiss der Beamte am Schreibtisch auch besser, als die direkt Betroffenen welcher Rollstuhl, welches Hörgerät oder welches sonstige Hilfsmittel für diese «am geeignetsten ist». Behinderte sind ja behindert, die können das a) nicht selbst entscheiden und sind b) keine Individuen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, sondern alle gleich – eben behindert. Argh.

Weitere Informationen und Petition zum unterschreiben auf der Webseite Behinderte gegen Hilfsmittelmonopole.

Eine launige Betrachtung der ganzen Misere von Peter Wehrli.

2 Gedanken zu „Staatsmonopol für Hilfsmittel?

  1. …und das mit Erfolg, wie ich anmerken möchte. Das Monopol ist praktisch vom Tisch, jetzt geht es „nur noch“ darum, die subjektorientierte Finanzierung durchzusetzen.

    Nur 900 Unterschriften waren nötig – Keiner soll mir sagen, „die in Bern oben machen ja sowieso was sie wollen.“. Wenn wir uns wehren, passiert auch was. Aber wehren müssen wir uns schon selber, das übernimmt keine Behindertenorganisation für uns!

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