Der Schweizer Gewerbeverband träumt

Aus der Stellungsnahme des Schweizer Gewerbeverbandes zur Vernehmlassung über die 6. IV-Revision:

«Die Verschärfung der Mitwirkungspflichten der Versicherten begrüssen wir ausdrücklich. Auch diese haben ihren Beitrag zur nachhaltigen Sanierung der IV zu leisten. Wir erwarten, dass beim späteren Vollzug des Gesetzes dann auch tatsächlich ein engagiertes Mitwirken der Versicherten gefordert wird und dass bei all jenen Personen, die aktiv oder passiv Widerstand gegen eine Wieder-eingliederung leisten, rasch Sanktionen ergriffen werden.»

Soviel zu den Pflichten des Arbeitnehmers, nun zum Arbeitgeber:

«(…) beantragen wir, dass der Arbeitsversuch als Integrationsmassnahme der IV konzipiert wird. Die Entschädigung des Versicherten soll in Form der bisherigen Renten oder eines Taggelds durch die IV erfolgen. Wird vom Arbeitgeber eine Entschädigung für die geleistete Arbeit erwartet, soll diese direkt an die IV ausgerichtet werden.
Nach Ansicht des sgv reicht es nicht aus, dass Risiko des Arbeit-gebers bloss zu verringern, sondern dieses muss umfassend eliminiert werden.»

Durch die IV finanzierte gratis Arbeitskräfte, die ihrerseits einer verschärften gesetzlichen Mitwirkungspflicht unterliegen…? Und das Risiko der Arbeitgeber auf null minimiert…?

Lustige Vorstellungen hat der Schweizer Gewerbeverband da. Wie nennt man das propagierte Modell gleich nochmal? Ah ja; Zwangsarbeit.

Alle Stellungnahmen der Vernehmlassungsteilnehmenden (Kantone, Parteien, Wirtschaftsverbände, Behindertenorganisationen ect.)

Ein Gedanke zu „Der Schweizer Gewerbeverband träumt

  1. Es wird so herauskommen, dass die Arbeitgeber Behinderte so lange sie können kostenlos beschäftigen werden, um sie danach zu entlassen. Hatten wir diese Situation nicht auch schon?

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