Wettbewerbsvorteil durch MitarbeiterInnen mit Behinderung

Der ganzen leidigen Diskussion um Integration und dem zugehörigen Eiertanz der Wirtschaft könnte ein elegantes Schnippchen geschlagen werden, würden Bund, Kantone und Gemeinden externe Aufträge konsequent nur noch an Firmen vergeben, die eine gewisse Anzahl von Stellen mit behinderten MitarbeiterInnen besetzen. Firmen wie Ingenieur-und Architekturbüros, Zulieferer von Büromaterial, ect. Selbstverständlich besteht kein «Zwang zur Quote», den die wirtschaftfreundlichen Kreise vehement ablehnen – bei der Auftragsvergabe werden diese Unternehmen schlicht und einfach nicht berücksichtigt.

Man stelle sich vor: Hätte im beauftragten Planungsbüro für den neuen Berner Bärenpark ein Mitarbeiter im Rollstuhl gearbeitet, wäre bei der Planung der schlussendlich 23,6 Millionen Franken teuren Anlage möglicherweise auch an die Bedürfnisse der Gehbehinderten und Rollstuhlfahrer gedacht worden.

Auch die misslungene Plakatkampagne der Invalidenversicherung vom letzten November wäre möglicherweise etwas sensibler ausgefallen, wäre eine Mitarbeiterin der beteiligten Werbeagentur selbst von einer Behinderung betroffen gewesen.

Schliesslich achtet man in verschiedenen Schweizer Gemeinden auch darauf, dass nur Waren aus «fairen Arbeitsbedingungen» eingekauft werden. Beispielsweise werden keine Pflastersteine für den Dorfplatz verwendet, die mittels Kinderarbeit hergestellt werden. Warum also nicht das soziale Engagement auch auf die eignene Bevölkerung ausdehnen? Wäre vielleicht eine sinnigere Art und Weise, die Invalidenversicherung finanziell zu entlasten, als mit der Kürzung des Futtergeldes für Blindenführhunde…

Ein Gedanke zu „Wettbewerbsvorteil durch MitarbeiterInnen mit Behinderung

  1. Diese Art des Sparens ist schockierend für ein Land wie die Schweiz. Blinde und Sehbehinderte sind auf Führhunde angewiesen und gehören auch zu jenen Behinderten, die am besten integriert sind, oft gerade durch die Führhunde.

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