Verwahrloste IV-Rentner

Der Tagesanzeiger berichtet über die Eingliederungsfirma Ingeus, die verspricht, IV-Bezügern zurück ins Arbeitsleben zu helfen:

«Als erstes machen wir mit unseren Klienten deshalb immer eine Art Gesundheitsplan», erzählt Geschäftsleiter Daniel Sieber. Oft geht es darin um ganz banale Tipps wie regelmässiges Essen, genügend Schlaf und angemessene Kleidung. Es kann aber auch vorkommen, dass ein Berater seine Klientin eine Zeit lang jeden Morgen anruft, um sie zum Aufstehen zu bewegen.

Ich dachte eigentlich, IV-Renten werden aufgrund von Behinderung oder Krankheit zugesprochen und nicht aufgrund von genereller Unfähigkeit sein Leben auf die Reihe zu bekommen?  Cornelia Bachmann, Psychologin und Ingeus-Projektleiterin der SVA erklärt: «Mit der Rente ist ihnen signalisiert worden: Du kriegst es nicht auf die Reihe.»

Ach so. Die Rente signalisiert erst, dass man ab jetzt nix mehr auf die Reihe kriegen darf kann. Und dann kommen die netten Menschen von Ingeus und helfen dem armen verwahrlosten IV-Rentner, sich wieder anständig zu ernähren und zu kleiden und dann findet der auch wieder einen Job. Mich würde ja mal interessieren, welche Behinderung sich mittels Weckanrufen und Stylingtipps kurieren lässt. Muss wohl ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis von Ingeus sein.