Kein Renten mehr in den Kosovo, das wird teuer – für die Schweiz

Bürgerinnen und Bürger aus dem Kosovo erhalten seit dem 1. April nur noch eine neue AHV- oder IV-Rente, wenn sie in der Schweiz wohnen. Das Abkommen, gemäss dem die Renten auch im Heimatland ausbezahlt werden, lief Ende März aus und wird nicht verlängert. Laufende Renten werden aber weiterhin in den Kosovo bezahlt.

Zu diesem Entscheid beigetragen haben vermutlich einerseits die Bedrohungen der IV-Ermittler im Kosovo, sowie die immer wieder gehörte Forderung von rechts aussen; keine (oder nur an die dortige Kaufkraft angepasste) Renten ins Ausland zu bezahlen. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass hinter solchen Forderungen nichts als billigste Polemik steckt und die Folgen selten bis nie zu Ende gedacht werden: Während eine kleine IV- oder AHV-Rente für ein Leben im Kosovo ausreicht, sind viele kosovarische IV/AHV-Rentner (da sie vorher in der Regel keiner hohen Einkommensklasse angehörten) in der Schweiz auf Ergänzungleistungen angewiesen und haben auf diese auch einen Rechtsanspruch, wohingegen ins Ausland keine Ergänzungsleistungen gezahlt werden. Unterm Strich kosten die gezwungenermassen in der Schweiz bleibenden kosovarischen RentnerInnen den Staat also einiges mehr.

Aber diese Mehrkosten bindet die SVP-Führung ihren Wählern selbstverständlich nicht auf die Nase. Stolz präsentiert man den «Erfolg» dass keine Renten mehr in den Kosovo gezahlt werden.

Ausführlicher und gut recherchierter Artikel von Lukas Mäder in 20Min: Keine Rente mehr für Kosovo-Rückkehrer