Sippenhaft in Galgenen

Stellen Sie sich vor, Ihr Bürgerort ist Galgenen (SZ) – oder die Gemeinde, von der Sie als Schweizer eben Bürger sind. Sie bezahlen Ihr ganzes Leben lang brav Ihre AHV-Beiträge und sparen für ein kleines Häuschen in Spanien – wo Sie nach Ihrer Pensionierung gerne Ihren Lebensabend verbingen möchten.

Bei Ihrer Pensionierung teilt Ihnen ihre AHV-Zweigstelle mit, dass die Sache mit dem Häuschen in Spanien leider nicht in Ordnung gehe, Sie müssten schon in der Schweiz bleiben, um jeden Monat Ihre AHV ausbezahlt zu bekommen.

Sie fragen: «Was geht es die AHV an, wo ich meinen Lebensabend verbinge? Für Schweizer Bürger gilt immerhin die Niederlassungsfreiheit. Ausserdem habe ich mein ganzes Leben lang gerarbeitet und AHV-Beiträge bezahlt!»

Die AHV-Stelle teilt Ihnen freundlich aber bestimmt mit, dass Sie doch schliesslich Bürger von Galgenen (SZ) (oder wo auch immer) seien und die internen Analysten festgestellt hätten, dass bei Bürgern aus Galgenen der Verdacht bestehe, dass sie überdurchschnittlich oft unrechtmässig Leistungen der Invalidenversicherung bezögen. Deshalb sei das Sozialversicherungs-abkommen mit Galgenen aufgelöst worden und es würden keine Renten mehr an Menschen mit Bürgerort Galgenen ins Ausland ausbezahlt.

Sie sind mittlerweile ein bisschen irritiert: «Was haben denn potentielle IV-Betrüger mit meiner AHV-Rente zu tun?!» Das Amt beruft sich auf die Studien der internen Analysten: «Bürger von Galgenen neigen laut unserer Einschätzung überdurchschnittlich oft zu Rentenbetrug, desh….»

Sie sind nicht mehr nur irritiert, sondern langsam auch etwas verärgert: «Was heisst hier Einschätzung? Gibt es dafür Beweise?»

Das Amt verweist auf die höhere Instanz: «Alard du Bois-Reymond hat damals als Chef der Invalidenversicherung die IV-Detektive angeordnet und die wurden von Bürgern aus Galgenen bedroht… »

«Aber… was kann ich denn dafür?!»

Das Amt erklärt schulterzuckend: Ihr Bürgerort ist eben auch Galgenen – Das ist wie mit den Nigerianern, mit denen Herr du Bois-Reymond in seinem neuen Job als Direktor des Migrationsamtes zu tun hat – von denen sind laut seiner Aussage auch 99,5 kriminell.

«Moment mal… ich bin doch nicht kriminell!»

Das Amt: «Dann beweisen Sie das erst mal.»

«Ich soll beweisen, dass ich nicht kriminell bin…?!»

Das Amt: Ja, das sind die neuen Vorschriften. Jeder der einer potentiell verbrecherischen Minderheit angehört – und das tun sie als Bürger von Galgenen – muss den Tatbeweis erbringen, dass er unsere Rechtsordnung akzeptiert.

«Aber wie soll ich das denn beweisen…?»

Das Amt: Fragen sie doch Herrn Freysinger, von dem stammt die Idee.

«Aber ich kann doch überhaupt nichts dafür, dass mein Bürgerort Galgenen ist!»

Das Amt (langsam ungeduldig): «Das interessiert uns nicht, Seien Sie froh, bekommen Sie überhaupt noch eine AHV, liessen wir das Schweizer Volk darüber abstimmen, würden sie als Bürger von Galgenen überhaupt keine AHV mehr bekommen. Lesen Sie doch einmal die Kommentare bei 20Min, da gibt es genügend Leute, die finden, dass Menschen wie Sie überhaupt keine Sozialleistungen bekommen sollten.