Schleudertrauma ist objektivierbar

Schleudertraumapatienten werden wie andere Menschen mit angeblich «schwer objektivierbaren» Erkrankungen/Behinderungen gerne in die Betrugsecke gestellt. Nicht nur der SVP nützten diese Diffamierungen, um ihr generelles Aufmerksamkeitsdefizit wirkungsvoll auszugleichen – auch der Invaliden-versicherung und ganz speziell den Unfallversicherungen kommen solche tausendfach wiedergekäute Behauptungen entgegen. Denn irgendwann glaubt jeder, dass es wahr ist. Auch Politiker und Richter, die in unserem Land immer öfters darüber bestimmen, wer wirklich krank ist und wer angeblich Betrüger.

Im Interview mit dem Tagesanzeiger erklärt der österreichische Neurologe Prof. Dr. Werner Laubichler, dass Schleudertraumata in einem gewissen Zeitfenster nach dem Unfall sehr wohl im MRI sichtbar sind, und warum die Unfallver-sicherungen daran interessiert sind, dass diese Untersuchungen nicht gemacht werden und die Spitäler auch nicht, da sie mit Kosten verbunden sind. (Mit Managed Care dürfte sich die Problematik noch weiter zuspitzen, denn da wird ja auch gerne mal behauptet, dass angeblich soooviele Untersuchungen gemacht werden, die gar nicht notwendig wären – Pech für Schleudertraumapatienten, denn die Verletzungen sind nach einer Weile nicht mehr sichtbar, auch wenn die Schmerzen weiter bestehen – Glück für die Versicherungen, die sich dann vor Leistungen drücken können).

Ein Gedanke zu „Schleudertrauma ist objektivierbar

  1. In den nächsten Jahren verfolge ich vordringliche als Ziel die Verbesserung der Polizeiarbeit.

    Ein Schleudertrauma-Unfall mit bleibenden Schäden ist eine schwere Körperverletzung. Diese ist von Amtes wegen strafrechtlich zu verfolgen.

    Das heisst: Staatsanwaltschaft und Polizei müssen sofort nach dem Unfallgeschehen die nötigen Beweismittel sichern.

    Dies wäre also der Weg, das Problem unabhängig von den Versicherungen zu lösen. Die Strafverfolungs- und Polizeibehörden ordnen die diagnostischen Untersuchungen an.
    Dafür ist ein standardisiertes Prozedere erforderlich, das bei allen Opfern systematisch immer angewendet werden muss.

    Genau ein solches Prozedere muss jetzt ausgearbeitet werden zuhanden der Polizeibehören.

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