ALV-Revision: Leistungen für Kranke & Behinderte würden massiv gekürzt

Dass die IV Menschen, denen es aufgrund der Einschränkungen durch ihre Behinderung oder einer chronischen Krankheit nicht möglich ist, zu arbeiten, immer häufiger bescheiningt, nicht «invalid», sondern einfach nur «arbeitslos» zu sein, war hier ja bereits schonmal Thema. Die IV schickt diese Menschen also nach langwierigen Abklärungen, während der die Leute natürlich meist nicht arbeiten (können) zur Arbeitslosenversicherung. (Oder aber seit der 5. IV-Revision auch schlicht nach einer Rentenrevision). Wer aber nicht gearbeitet hat, hat auch keine Beiträge an die Arbeitslosenversicherung einzahlen können. Bisher erhielt, wer diese Beitragpflicht (z.B wegen Ausbildung oder eben Krankheit) nicht erfüllen konnte, trotzdem während eines Jahres (260 Tage) Leistungen der Arbeitlosenversicherung.

Nach der ALV-Revision soll, wer u.a. aufgrund von Krankheit die Beitragspflicht nicht erfüllt, nur noch während 4 Monaten (90 Tage) Leistungen erhalten. Dieselbe Leistungskürzung gilt auch für Versicherte, die wegen Unfall oder Krankheit in den letzten zwei Jahren vor ihrer Arbeitslosigkeit weniger als 12 Monate in einem Arbeitsverhältnis standen.

Um künftig die maximal möglichen 520 Tage Taggelder beziehen zu können, müssen Versicherte mit Behinderung mindestens eine IV-Viertelrente beziehen und in den letzten zwei Jahren vor der ALV-Anmeldung ohne Unterbruch gearbeitet haben. Tatsächlich können nur ganz wenige diese Bedingungen erfüllen. Wer mindestens 40% invalid ist (Viertelrente), sieht sich häufig mit gesundheitlich bedingten Arbeitsunterbrüchen konfrontiert.

Wer trotz Behinderung keine IV-Leistung bezieht, soll zukünftig von der ALV wie ein Gesunder behandelt werden. Und dies obwohl die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung höher ist, als bei Nichtbehinderten und sie oft auf spezielles Entgegenkommen eines Arbeitgebers angewiesen sind.

Krank und arbeitslos zu werden ist also bei Annahme der ALV-Revision eine äusserst schlechte Kombination. Man sollte sie tunlichst vermeiden. Noch besser wäre es allerdings, die ALV-Revision zu vermeiden. Dafür gibt es noch eine Menge weiterer Gründe neben den oben aufgeführten – nachzulesen (u.a.) im Kommentar von Daniel Binswanger beim Magazin.