Funktionieren bis zum Umfallen

Neulich – nach langer Zeit habe ich jemanden wiedergetroffen, bei dem «damals» alles immer so glatt ging: die Schulen, das Studium, man hörte ab und zu über Dritte von der glänzenden Karriere und dann sagt einem dieser jemand, dass er am Höhepunkt eben dieser Karriere überfordert war. Burnout. Gar nichts mehr ging. Notbremse. Danach zurück auf eine weniger «wichtige» Position mit weniger Verantwortung und mehr Freizeit. Weniger «wichtig» aber mehr Mensch sein.

Ebenfalls neulich aus heiterem Himmel das Bekenntnis einer lieben Bekannten, sehr erfolgreich im Bankenbusiness – sie verabschiede sich mal für zwei Monate zur «Kur» aufgrund eines Burnoutes.

Was ist da los in unserer Arbeitswelt?

Das fragt sich auch Frau Frogg in ihrem Beitrag Tabletten, Tabletten, Tabletten: «Wie viele von diesen scheibar so normalen, so geschäftigen Leuten kommen nur mit Tabletten durch die Nacht?»

4 Gedanken zu „Funktionieren bis zum Umfallen

  1. Das mag aus dem Mund eines IV-Rentners etwas merkwürdig klingen, aber das sollte ich mir auch etwas mehr zu Herzen nehmen. Ich hab gemerkt, dass mittlerweile mein ganzes Leben vom Thema Behinderung und dem damit verbundenen Kampf beherrscht wird. Ich muss da auch lernen, etwas lockerer zu werden und mir auch mal meine Auszeiten zu gönnen. Heute hab ich einen Anfang gemacht und war wiedermal Fahrradfahren.

    – Du siehst, dieses Problem haben nicht nur Karrieretypen.

  2. Ja, dieses Thema kann einem echt «auffressen». Und zeitweise frage ich mich, ob es sich überhaupt lohnt, da soviel Energie reinzustecken und ob man das nicht irgendwie bewusst begrenzen kann, soll und muss, um mehr Zeit und Freiraum (auch im Kopf) für andere (schönerer Dinge) zu haben.

    Und ob das alles überhaupt etwas bringt.

  3. Das Gleichgewicht gilt es, zu suchen.

    Weder nicht arbeiten, noch es über alle Massen zu übertreiben. Weder sich gar nicht um Behinderten-Themen kümmern, noch es konstant oder auf dieselbe eventuell oft etwas sehr negative Weise zu tun. Immer die andere Seite in Betracht ziehen, andere Faktoren suchen. Immer den Ausgleich suchen. Statt stets den lauten Rundumschlag auch einmal leise sein, auch einmal trockenen Humor durchgehen lassen.

    Es gibt viel echter Aerger auf diesem Planet, aber nicht aller verdient es oder profitiert davon, dass man sich dauernd mit ihm umgibt. Aufbauende, konstruktive Themen suchen. Das Gleichgewicht nicht durch Abwechseln der Extreme suchen sondern eng und nahe der Mittellinie.

  4. @ Turander, ja es ballen sich auch hier im Blog zuweilen etwas viel negative Themen – allerdings ist dieser Blog ja nicht mein ganzes Leben, sondern nur ein Teilaspekt (Mein Beruf – und das mag nun vielleicht erstaunen – hat zum Beispiel überhaupt gar nichts damit zu tun).
    Dieser Blog ist ein Experimentierfeld, ein Sammelsurium, eine Spurensuche, um gewissen Dingen auf den Grund zu gehen und sie besser zu verstehen. Das Thema könnte auch ein anderes sein, da sich viele hier gesammelte Beobachtungen (beispielsweise aus der Politik) ja auch problemlos auf andere Sachbereiche übertragen liessen.
    Und ja, manchmal nervt, langweilt oder deprimiert die ständige Wiederholung gewisser ewig gleicher Stereotype, aber ich möchte sie im Sinne einer möglichst vielgestaltigen Auseinandersetzung trotzdem «sammeln», wie einzelne Mosaiksteine, aus denen irgendwann ein (mehr oder minder) vollständiges Bild entsteht.

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