ABI änderte nachweislich Gutachten ab und erhält weiter Aufträge der IV

Das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass der Leiter des (grössten!) ärztlichen Begutachtungsinstituts ABI in Basel eigenmächtig Gutachten externer Fachleute abgeändert hat. Die Richter erwähnen auch, dass dies «eine offenbar seit 2003 bestehende Praxis» war, die selbst von ABI-Ärzten kritisiert wurde».

Auch das Verwaltungsgericht St. Gallen rügte die Praxis des ABI: «Ganz entschieden muss missbilligt werden, wenn eigen­mächtig an Arbeitsfähigkeits­schätzungen von Teilgutachten herumkorrigiert wird», schreibt das Gericht. Das ABI-Gutachten sei «mangelhaft», der Begutachtungsablauf «grob fehlerhaft».

Doch nach wie vor erhält das ABI Aufträge von der IV. Kurz nachdem die Vorwürfe bekanntgeworden sind, habe das zuständige Bun­des­amt beim ABI interveniert: «Das ABI hat daraufhin seine Praxis umgehend geändert», teilt das Departement des Innern mit. (Quelle: Beobachter)

Abgesehen davon, dass es eine Ungeheuerlichkeit ist, dass ein solches Institut weiterhin Aufträge von der IV bekommt, fallen zwei weitere Dinge unter den Tisch: das Institut hat Geld verdient mit gefälschten Gutachten – Geld, dass hunderten kranken und behinderten Menschen berechtigterweise zustehen würde, WENN sie nicht vom ABI in voller Absicht um ihre Rente gebracht worden wären. (Da das ABI das grösste Gutachterinstitut ist, erscheint dann die um 40% reduzierte Neurentenquote seit 2003 auch nochmal in einem ganz speziellen Licht). Und das einzige, was dem Departement Burkhalter dazu einfällt, ist, an das ABI weiterhin jährlich 500-600 Gutachteraufträge zu vergeben mit der lakonischen Begründung: «Das ABI habe seine Praxis geändert».

Treffender wäre wohl: Wir machen den Bock zum Gärtner. (Wenn Kahlschlag äh Frass gewünscht ist wie bei der IV, macht das Ganze dann auch wieder Sinn – auf eine irgendwie verdrehte Weise)