Gegenvorschlag

Von Franz Hohler (erschienen im Tagesanzeiger vom 1.11.10)

AusländerInnenrecht

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 121 Abs. 3-5 (neu)

I

3. Im Wissen darum, dass ohne sie

  • a. weder Häuser, Strassen noch Tunnels gebaut würden,
  • b. weder Spitäler, Alters- und Pflegeheime, Hotels und Restaurants betrieben würden,
  • c. weder Abfall, Reinigung, Verkehr und Informatik bewältigt würden,

bedankt sich die Eidgenossenschaft bei allen Ausländerinnen und Ausländern, die hier arbeiten. Sie gibt ihrer Freude darüber Ausdruck, dass sie mit ihrer Tätigkeit das Leben in unserm Lande ermöglichen und heisst sie als Teilnehmer dieses Lebens willkommen.

4. Sie hofft, dass es ihnen gelingt, sich mit den hiesigen Gebräuchen vertraut zu machen, ohne dass sie ihre Herkunft verleugnen müssen.

5. Sollten sie straffällig werden, unterliegen sie denselben gesetzlichen Bestimmungen wie die Schweizer Bürgerinnen und Bürger.

II

Übergangsbestimmungen:

Dieser Gegenvorschlag bedarf nicht der Volksabstimmung. Er tritt für jedermann vom Moment an in Kraft, da er dessen Richtigkeit erkannt hat.

Ein Gedanke zu „Gegenvorschlag

  1. Wundervoll!

    Zum Glück gibt es nicht nur Experten, sondern auch noch Poeten in unserem Land … Franz Hohler Intervention betrachte ich in ihrer Schlichtheit, in ihrer Benennung des (eigentlich) Selbstverständlichen jedenfalls als eine poetische Intervention, die bei der einen oder dem anderen ihre Wirkung nicht verfehlen wird – hoffentlich!

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