«Wer arbeitet, ist Teil der Gesellschaft»

Blick, 25. November 2010:

Und wer nicht arbeitet, ist Teil der… was? Tierwelt vielleicht?

Gerechterweise muss gesagt werden, dass die vollständige Aussage von BSV-Direktor Yves Rossier im dazugehörigen Interview folgendermassen lautet: «Eine Arbeit zu haben, ist doch für alle Menschen wichtig – nicht nur für Behinderte. Denn wer einen Job hat, ist aktives Mitglied unserer Gesellschaft. Gerade die Schweiz als vorbildliche Demokratie ist darauf angewiesen, dass möglichst viele Menschen aktiv an der Gesellschaft teilnehmen. Sie darf keine Menschen an den Rand der Gesellschaft schieben». (Ausser eben die, die nicht arbeiten? hm?)

Und später im Interview noch folgende Aussage: «Wir zwingen ja nicht etwa Bettlägrige, zu arbeiten. Die Schweiz ist kein Arbeitslager». (Wir zwingen schwerkranke bettlägrige Menschen in die Sozialhilfe, das ist doch wirklich sehr viel menschlicher).

Das Interview ist übrigens Teil der vom Blick unterstützen Kampagne: «Jobs für Behinderte – Behinderte für Jobs». Mehr dazu im Artikel «Jobs für Behinderte als Propagandavehikel»

2 Gedanken zu „«Wer arbeitet, ist Teil der Gesellschaft»

  1. „Eine Arbeit zu haben, ist doch für alle Menschen wichtig – nicht nur für Behinderte…“ Vermutlich ist da die Arbeit gegen Entlöhnung gemeint – Hausarbeiten, Kindererziehung und karitativer Einsatz ist nichts Wert? (muss sich niemand wundern, dass die Jungendkriminalität steigt) Diese hetzerischen Vorschläge unter dem Deckmantel „Gleichheit für alle – selbst für Behinderte“ sind nicht einmal ansatzweise durchdacht – geschweige denn im Detail. 1. Als Arbeitgeber hätte ich meine grosse Mühe mir vom Staat eine Quote Arbeitnehmer (ob behindert oder nicht) aufhalsen lassen zu müssen. 2. Als Behinderte Person unerwünscht in einem Betrieb zur Arbeiten gezwungen zu werden und den innerbetrieblichen Missmut zur Behinderung und deren täglichen Erschwernissen erleben zu müssen, würde mich auch nicht mich nicht wirklich glücklicher machen. Abermals sinkt der demokratische Gedanke auf den Nullpunkt. Nun zur Kernfrage: Wer nicht arbeitet ist nicht Teil der Gesellschaft. Sind da Sammellager vorgesehen?

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