Behinderungen sind relativ. Was zählt, sind die Fähigkeiten.

Die neusten Sujets für die Jobs für Behinderte – Behinderte für Jobs Kampagne von MyHandicap – gestaltet von EURO RSCG Zürich. (<- Da gibt’s die Sujets auch noch in grösserer Ansicht zu sehen).

Zeichung eines Männerkopfes (comic-artig) mit Schriftzug, der zu den Ohren hereingeht und die Augen überdeckt, der Schriftzug heisst: «Nicht zuhören können, ist in vielen Berufen eine grösserer Behinderung, als nicht sehen zu können». Kleiner Text nebendran: Behinderungen sind relativ. Was zählt, sind die Fähigkeiten. Link zu myhandicap.ch

Zwei gezeichnete linke Frauenhände auf gelben Hintergrund, dazwischen offenbar von Hand ungeschickt und teilweise seitenverkehrt angeordnete Buchstaben (Buchstaben sind Kekse = russisch Brot). Der Text aus den Keksen geformt lautet: «Zwei linke Haende sind in vielen Berufen eine grösserere Behinderung als zwei gelähmte Beine» Unten der Text (klein): Behinderung sind realtiv. Was zählt, sind die Fähigkeiten - Myhandicap.ch

Comic-artige Zeichnung, Seitenansicht eines Männerkopfes, der Teil des Kopfes, wo das Hirn ist, ist offen gezeichntet - man sieht hinein. Es ist ein grosser Leerraum und ein winziges Hirn in der Mitte des Leeraumes. Dazu der Text: «Fehlende Gehirnzellen sind in vielen Berufen eine grössere Behinderung als fehlende Gliedmassen. Kleiner Text neben dem Kopf: Behinderungen sind relativ. Was zählt, sind die Fähigkeiten. www.myhandicap.ch

Ach, ich möchte nicht immer meckern. Sagen wir doch zur Abwechlung mal etwas positives: Ist ja schön, wenn man humorvoll an die ganze Sache herangeht. Und die Anzeigen sagen immerhin ganz ehrlich: Behinderte können höchstens mit total unfähigen Gesunden konkurrenzieren oder anderen Behinderten.

«Nicht zuhören können», «zwei linke Hände haben» und «fehlende bzw. nicht richtig funktionierende Hirnzellen» mögen nämlich umgangsprachlich für zwar gesunde, aber halt etwas «unfähige» Menschen stehen, können aber eben genau so Auswirkungen einer ernsthaften Behinderung sein. Gehörlose können nun mal nicht zuhören… eine gestörte Feinmotorik der Hände kann durch Spastik verursacht und Störungen der Hirnfunktionen auf eine Hinverletzung zurückzuführen sein.

Sollte die Idee transportiert werden,  dass man Menschen mit Behinderungen eben am richtigen Arbeitsplatz einsetzen muss, ist das an sich löblich, aber ein etwas schaler Beigeschmack bleibt. Zugegeben, die Thematik ist nicht leicht umzusetzen, denn «Die Behinderung» gibt es einfach nicht. Behinderung ist immer individuell, hängt von der Art und Ausprägung einer Funktionsein-schränkung ab und von den individuellen Vorrausetzungen des Betroffenen. Und das alles lässt sich eben nur sehr schwer plakativ vereinfacht darstellen. Aber nicht aufgeben, liebe Werber, ihr kriegt das schon noch hin.