«Hallo! Ich bin ein Mensch, keine Krankheit»

Schwarzweissfotografie ines jungen Mannes lächelnd, überlagert vone inem Foto des selbe Jungen mannes mit bekümmerten gesichtsausdruck. Text: Hallo! ich bin ein Mensch, keine Krankheit.

Es ist Frühling und die Kampagnen spriessen… Diesem Pflänzchen wünscht man ganz besonders, dass es kräftig gedeihe und Früchte trage auch über die Region Basel hinaus: Die IG PRIKOP (Interessengemeinschaft Private Koordination Psychiatrie) lanciert eine einjährige Kampagne in Basel mit der sie das Verständ- nis für psychische Erkrankungen und davon betroffene Personen in der Bevölkerung verbessern und die Integration fördern will.

Auf der Webseite www.hallo-ich-bin-ein-mensch.ch werden unter anderem verschiedene Psychische Erkrankungen von Angst bis Zwänge kurz und anschaulich erklärt, Tipps für die Unterstützung und das Verständnis von Psychisch Kranken gegeben, Hilfsangebote in der Region Basel für Betroffene aufgeführt und in der Agenda verschiedene Veranstaltungen zum Thema aufgelistet.

Warum solche Kampagnen wichtig sind, erklärte Martina Saner, Vorstands-mitglied von PRIKOP und Geschäftsführerin der Stiftung Melchior in ihrem Votum an der Medienkonferenz: «(…) Statt auf Wohlwollen und Unterstützung wie etwa im Fall einer schweren körperlichen Erkrankung, stösst jemand, der an der Psyche erkrankt, im Umfeld oft auf Unverständnis, Widerwillen und Misstrauen. Viele glauben, eine psychische Erkrankung sei hausgemacht, selbst verschuldet. Die Person ist halt ungeschickt, einfach faul oder gar ein Schmarotzer auf Kosten anderer. Eine psychische Erkrankung sieht man auf keinem Röntgenbild, in keiner Blutanalyse. Und das macht eine solche Erkrankung verdächtig.

Es gibt kaum eine andere Erkrankung, bei der Betroffene derart stigmatisiert und diskriminiert werden, wie bei einer psychischen. Dies hat schlimme Auswirkungen auf die Betroffenen – aber auch für die Gesunden. Denn was verdrängt wird, was nicht sein darf, wird nicht rechtzeitig als Leiden erkannt und behandelt. Was nicht sein darf, mit dem finden wir keinen konstruktiven
Umgang.»

Und jeder, der immer noch der Überzeugung ist, dass Menschen mit psychischen Erkarkungen einfach ein bisschen «faul» sind, sollte mal den Bericht der selbst betroffenen Michelle Kübler lesen. Vor deren Kampfgeist und deren Kraft nach jedem Rückschlag doch immer wieder neuen Mut zu fassen, könnte sich dann glaube ich der eine oder andere «Gesunde» nur noch respektvoll verneigen.

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