Die Armutsindustrie [ARD-Doku]

Eine ARD-Doku von 2009 über die vom Staat subventionierte 2. Arbeitswelt. Unter anderem über einen Unternehmer, der einen Weg suchte, um Trampoline in Deutschland herstellen zu lassen: zu Preisen, die mit China konkurrieren können. Die Lösung dieses Problems: Arbeitslose stellen die Teile her und die Arbeit wird über Lohnkostenzuschüsse, also mit öffentlichen Geldern finanziert. Die ARGE schickt die Arbeitslosen als 1-Euro-Jobber zu Firmen, die auf dieser Basis Leute beschäftigen bzw. für sie sogenannte “Praktika” veranstalten. So entsteht eine parallele, weitgehend entrechtete Arbeitswelt. Dieser Film zeigt, wie aus dem Mangel an Arbeit ein Geschäft geworden ist und fragt: Wer profitiert eigentlich davon?

Könnte in der Schweiz vielleicht auch bald zum lukrativen Geschäftsmodell werden.

3 Gedanken zu „Die Armutsindustrie [ARD-Doku]

  1. „Könnte in der Schweiz vielleicht auch bald zum lukrativen Geschäftsmodell werden.“

    Die Wahrscheinlichkeit schätze ich auf 99,99%, alleine deshalb weil es möglich wird und bisher immer auch behindertenfeindliche Umsetzungen der IV Revisionen entstanden sind.

    Deutschland gehört zu einer der führenden Rentenkillermaschinen und Lohndumpingzentralen Europas, aber die Schweiz holt da sicher auf. Die Konkurrenz zu China ist allerdings trotzdem hart, denn dort sind riesige Produktionen entstanden in denen Gefangene Zwangsarbeit leisten müssen. Es gibt fast nichts was diese Gefängnisse nicht feil bieten.

  2. Kennst du die Gläser, die aus recycelten Flaschen hergestellt werden? – Weisst du, wer sie unter welchen Lohnbedingungen macht? – Da wo ich wohne ist Handwerkerweihnachtsmarkt und u.a. „wohltätige“ Institutionen bieten ihre Erzeugnisse feil.
    Vor langer Zeit hat hier ein(e) KommentatorIn beschrieben, wie es mit den Psychopharmaka läuft. Die Pharmaindustrie will ihre Pillen verkaufen und findet immer mehr Menschen, die unter irgendwelchem Vorwand nicht der Norm entsprechen. Da bekommt du eine Diagnose und wirst untauglich für den ersten Arbeeitsmarkt erklärt und stellst unter Akkordbedingungen Waren her und man macht dich glauben, dass du die „geschützte“ Atmosphäre dieser Werkstatt nötig hast und im Büro sitzt ein Sozialarbeiter, der Buch führt über so interesssante Themen wie deine Sozialkompetenz, Agressionen etc. dem du also völlig ausgeliefert bist. Ein ähnliches Prozedere läuft auch übers RAV und teilweise werden die gleichen Institutionen mit Arbeitsuchenden beliefert.

    Auf ein-Euro-Jobs müssen wir nicht warten. Die haben wir längst schon unter etwas anderem Namen.

  3. Ich habe ein-Euro-Jobs (auch wenn es hier ein paar Franken mehr sind) immer als Bestrafung durch die Politiker gesehen, dass man arbeitslos oder fürsorgeabhängig geworden ist. Uebrigens, von den betreffenden Amtsstelle und „Arbeitsinstitutionen“ wird man auch nicht anders behandelt. Was nun aber in der IV abläuft, ist eine Steigerung dieser Pönalisierung. Zwiespältig ist die Haltung der Wirtschaft zu den ein-Euro-Jobs. Auf der einen Seite bekämpft sie diese als billige Konkurrenz, auf der anderen Seite nützt sie diese jedoch aus. Den gleichen Vorwurf mache ich an die Politik. Es sind gerade die Wirtschaftsvertreter, die diese ein-Euro-Jobs erzwingen.

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