#Aufschrei – erklärt in 28 Tweets [2]

Doch warum konnte #Aufschrei so eine Sprengkraft entfalten? Ich denke, es liegt daran, dass vielen Frauen Folgendes erstmals richtig bewusst wurde:

Das ist normal in unserem Alltag und wir nehmen das hin, oft ohne was zu sagen!? #Aufschrei! Jetzt aber erst recht.
Und Männer erhielten erstmals eine erschreckende Einsicht in die Realität vieler Frauen:

Das hat Diskussionen ausgelöst. Im Internet, aber nicht nur dort:

Das Wir-sitzen-doch alle-im-selben-Boot-Gefühl, das sich im Laufe der Diskussion entwickelt hat, war ein sehr schönes, sehr Positives. Es ging im Kern nie um «Frauen gegen Männer»:

Sebastian: «Irgendwie hab ich seit Beginn der Diskussion immer wieder das Bedürfnis, den Frauen in meiner Umgebung zu sagen, dass «wir» gar nicht alle so eingeschränkt/blöd/ahnungslos sind. Das faszinierende ist aber: Die wissen das!

Natürlich wissen wir das! Aber wir möchten einfach mal aufzeigen dürfen, welche negativen Erfahrungen wir machen. Es tut gut, das mal zum Thema machen zu dürfen, worüber wir sonst meist schweigen:

Anika: 99% der männlichen bevölkerung wären trotz aller sicherheitsmaßnahmen zu jedem zeitpunkt imstande, mit mir zu machen, was auch immer sie wollten. einfach aus rein biologischen, körperlichen gründen. dass bisher kein mann in meinem leben davon gebrauch gemacht hat, da spielt viel glück mit. und das bewusstsein darüber ist immer da. das risiko. die furcht. (…) jeder mann, der auf der straße im dunkeln hinter mir läuft, ist für mich zunächst einmal eine bedrohung. ein potentieller übeltäter – so leid es mir oft um die vielen, wahrscheinlich sehr sympathischen, kerle tut. aber ich kann nicht mehr zählen, wie viele fake-anrufe ich schon führte. mit dem bodybuilder-freund, den ich vom training abholte – nur um mögliche angreifer abzuschrecken. deshalb bin ich mittlerweile auch jedem mann (im stillen) dankbar dafür, wenn er die straßenseite wechselt, statt weiter im dunkeln hinter mir zu laufen. denn dann habe ich ihn nicht mehr im nacken – kann ihn sehen und bin nicht mehr so ausgeliefert und angreifbar.

mequito: Mir macht #aufschrei ja gute Laune. Ich glaube, es wurde der richtige Ton getroffen. Die tausenden Beispiele, mal dramatisch, mal traurig, mal krass, aber immer bäh. Wie eine unendliche Playlist der Arschlocherei. Es gefällt mir, wie wuchtig das Thema im Mainstream aufgeschlagen ist und die Meinung ist ja durchaus einhellig, die Kritiker haben sich schnell deklassiert. Ich finde das super, ich finde das zivilisatorisch total super.

#Aufschrei – erklärt in 28 Tweets [1]
#Aufschrei – erklärt in 28 Tweets [3]

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