Schindler und die Stiftung Brändi zeigen wie Integration funktioniert

2010 fragte die Pro Infirmis 35 grosse Schweizer Unternehmen:

1. Wie viele Menschen mit Behinderung beschäftigen Sie heute?
2. Wie viele Menschen mit Behinderung wären Sie künftig bereit, zusätzlich einzustellen, um den Zielen der 6. IVG-Revision nachzuleben?
3. Wie viele Beschäftigte hat Ihr Unternehmen heute total?

Die Schindler Aufzüge AG antwortet damals, «dass die Anzahl der Mitarbeitenden mit Behinderungen / Leistungseinschränkungen nicht systematisch erhoben würde» und weiter: «Unsere körperlich und psychisch anspruchsvollen Tätigkeiten mit Kundenkontakt lassen nur beschränkt oder aus Sicherheitsgründen gar keinen Einsatz behinderter Menschen zu».

Die Antwort auf die zweite Frage lautete: «Zur Einstellung zusätzlicher Menschen mit Behinderung haben wir bis dato nicht konkret entschieden und können Ihre Anfrage daher leider noch nicht beantworten. Durch Ihre Anfrage sind wir aber dazu angeregt, uns hierüber Gedanken zu machen, unabhängig von einer IVG-Revision».

«Ach ja, der Klang der schönen Worte» mag mancher Leser damals gedacht haben.

Nun berichtet die Luzerner Zeitung über das von Schindler und der Stiftung Brändi neu ins Leben gerufene Projekt «Integra». Das Konzept: 15 Personen der Stiftung Brändi arbeiten in Begleitung von zwei Gruppenleitern direkt in der Produktionsabteilung bei Schindler. Das «Unternehmen im Unternehmen»-Konzept erlaubt eine grösstmögliche Annäherung der geschützten Arbeitsplätze an den ersten Arbeitsmarkt. Franz Steiner, Leiter Produktion EBI Works / Integra-Projektleiter, Schindler Aufzüge AG dazu: «Dass Menschen mit Beeinträchtigung jetzt direkt bei uns im Betrieb arbeiten ist neu. Unsere Mitarbeiter reagieren sehr positiv auf die Zusammenarbeit. Die Akzeptanz ist sehr gross. Wir freuen uns, dass wir einen Teil zur Integration von Menschen mit Beeinträchtigung beitragen können.»

Fazit: Bitte mehr solche Firmen!