Ein unwürdiges Schauspiel

Unter dem Titel «Ein unwürdiges Schauspiel» (3.1.2014) zeigt René Staubli vom Tagesanzeiger ausführlich die Sparmethoden der IV (durch Gesetzgebung, Medas, Gerichtsverfahren ect.) sowie deren Auswirkungen auf die Betroffenen auf.

Er schreibt.: «Wie schon bei früheren Recherchen hatte der TA auch diesmal Direktor Franz Stähli von der Zürcher IV-Stelle um ein Interview respektive um Antworten auf schriftlich gestellte Fragen gebeten. Vergeblich. Die IV-Stelle – mit Steuergeldern finanziert und der Öffentlichkeit Rechenschaft schuldig – will nicht angeben, wie viele Renten sie im Zuge der Revision 6a aufgehoben oder gekürzt hat. Sie will auch nicht sagen, wie viele von den angeblich wieder integrierbaren Betroffenen tatsächlich eine Arbeit gefunden haben.»

Und schliesslich: «In diesem System ist die Lauterkeit auf der Strecke geblieben. Es geht nicht mehr primär um die vorbehaltlose Abklärung des tatsächlichen Gesundheitszustands und der Leistungsfähigkeit eines Menschen, sondern immer öfter um die Durchsetzung von geschäftlichen Interessen und politischen Sparaufträgen. Besonders stossend ist, dass man den Betroffenen sagt, sie seien an ihrer Lage selber schuld, denn mit etwas gutem Willen könnten sie arbeiten. Die Wahrheit ist, dass wir uns einen Teil der Renten nicht mehr leisten können oder wollen. Das ist ein unwürdiges Schauspiel, denn betroffen sind auch Menschen, die alles täten, um arbeiten zu können, dazu aber schlicht nicht mehr in der Lage sind.»