«Ein Querschnittgelähmter schildert seine Beobachtungen»

In der neuen SRF-Webserie «True Talk» kommen Menschen zu Wort, die aufgrund bestimmter Merkmale, Eigenschaften oder Vorlieben häufig mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Rainer Stadler schreibt dazu in seiner Medienkolumne in der NZZ:

Die erste Folge präsentiert einen jungen Mann, der seit fünf Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Geschnitten sind seine Aussagen gemäss dem Prinzip Zappelphilipp. Das macht den Zuschauer nervös, ergibt aber wenig Sinn. Was der Mann über seinen Alltag erzählt, ist allerdings interessant, und er sagt es auf prägnante Art. Ich hätte gerne mehr erfahren. Doch der Film dauert bloss 2 Minuten und 22 Sekunden. Muss es wirklich so kurz sein für die Generation Internet?

Unter dem Screenshot, der den Protagonisten zeigt, stand gestern bei Veröffentlichung von Stadlers Kolumne: «Ein Querschnittgelähmter schildert seine Beobachtungen». Auch im gesamten Artikel stand an keiner Stelle, wer «der Querschnittgelähmte» ist. Ich machte Rainer Stadler darauf aufmerksam und merkte an, dass unter seinem eigenen Foto ja auch nicht stehe «Ein Fussgänger schildert seine Beobachtungen». Hat gewirkt. Naja, ein bisschen. Unter dem Foto steht jetzt: «Simon Hitzinger, querschnittgelähmt, schildert seine Beobachtungen».

Mit dem Zappelphilipp-Schnitt hat Stadler allerdings recht. Man kann kaum hinsehen.

Für die, die nicht hinsehen mögen, hier ein Ausschnitt aus «True Talk» in «unbewegt Bild» (Untertitel sei Dank), weil Simon «Hitzi» Hitzinger es so schön prägnant auf den Punkt bringt:

h1h2h3h4h5h6h7

Ein Gedanke zu „«Ein Querschnittgelähmter schildert seine Beobachtungen»

  1. Die Sache mit dem Zug kenne ich von meinen Ausflügen mit einer MS-Patientin (einmal musste ich anrufen, weil meine Freundin so erschöpft und entnervt war und einfach nur den nächsten Zug nach Hause nehmen wollte) – da hat mich dann so ein Amtsschimmel im SBB-Zentrum in Brig angewiehert. Daraufhin sind wir einfach auf den Bahnhof gegangen, und meine Freundin hat ihren Charme spielen lassen. Ausserdem hatte sie das Glück, dass es sich um einen Zug mit Niederflur-Einstieg handelte, war also alles keine grosse Sache.

    Übrigens für mich als Schwerhörige nett an den Stills: Da hat’s Untertitel.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.