Alles nur geklaut – Teil 2, Konkrete Beispiele

Im letzten Artikel habe ich behauptet, dass die Inhalte der von Agile und dem Gleichstellungsrat herausgegebenen Broschüre «Sprache ist verräterisch» grösstenteils von anderen Quellen abgeschrieben sind. Ich hatte mich bewusst dazu entschieden, dem Machwerk der Agile keine Bühne zu bieten. Aber einfach was behaupten ohne konkrete Beweise – Da könnte ja jede/r kommen! Deshalb reiche ich hier zur besseren Nachvollziehbarkeit meiner Kritik noch einige exemplarische Beispiele nach. (Vergrössern durch Anklicken)

Haltung

Links: Aus dem vor zwei Jahren von der Fachstelle Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen der Stadt Bern herausgegebenen «Sprachleitfaden Behinderung», Rechts: Agile

Dass der zentrale Punkt mit den Spendengeldern von Agile entfernt wurde, spricht für sich.

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abnormalLinks: Leidmedien.de, Rechts: Agile

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besbedLinks: Buch der Begriffe. Sprache, Behinderung, Integration (Beate Firlinger, 2003), Rechts: Agile

Wenn man statt «(…) werden als Personengruppe mit „besonderen“, Bedürfnissen gezeigt.» einfach «Menschen mit Behinderungen sind kein besonderer Menschenschlag» schreibt und den Satz statt an den Anfang ans Ende stellt, bemerkt auch überhaupt niemand die Parallelen – oder?

Man könnte so fast den ganzen Inhalt der Broschüre einer Quelle gegenüberstellen, aber die obigen Beispiele zeigen das Prinzip wohl ausreichend. Wie erwähnt, muss man das Rad nicht komplett neu erfinden, aber man würde ja denken, die Damen, welche unter «Redaktion» aufgeführt sind (und über ein Hochschulstudium bzw. gar über einen Doktortitel verfügen) hätten so eine ungefähre Ahnung vom Zitieren und von Quellenangaben. Würde man jetzt so denken.

Interessant ist auch – wie schon beim ersten Beispiel aufgezeigt – was nicht übernommen wurde. Beispielsweise die folgenden Ausführungen von Leidmedien.de zum Begriff «Krüppel»:

Behinderte Menschen als „Krüppel“ zu bezeichnen war bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts normal, gilt aber heute als sehr beleidigend. Einige behinderte Menschen haben sich diesen Begriff jedoch positiv angeeignet: Sie nennen sich selbst „Krüppel“ – nicht abwertend sondern selbstbewusst. Angelehnt ist diese Praxis an andere Minderheiten – homosexuelle Männer beispielsweise definierten die einstige Beleidigung „schwul“ erfolgreich um. Im Gegensatz zu „schwul“ ist „Krüppel“ aber noch kein neutraler Begriff und kann positiv nur innerhalb der Gruppe behinderter Menschen verwendet werden.

Wie schon im letzten Artikel geschrieben, definiert Agile, was «die Behinderten» angeblich als beleidigend empfinden. Da passen solche «Querschläger» natürlich nicht ins Bild der von oben verordneten Einigkeit.

Aber wenn man nicht bei Leidmedien.de abschreibt, dann halt bei Wikipedia:

krueppelLinks Wikipedia, Rechts Agile

Das Abschreiben bei Wikipedia hat allerdings so seine Tücken. Agile hat nämlich unbesehen den Ausdruck «geistige Behinderung» übernommen. Ein Ausdruck, den sie im eigenen Leitfaden ein paar Seiten zuvor als «Out» geisselt. «In» wäre laut Agile «Mensch mit Lernbehinderung, mit intellektueller Behinderung, mit kognitiver Behinderung».

Wie war nochmal der Name der Broschüre?
«Sprache ist verräterisch»
Immerhin wird der Inhalt dem Titel gerecht.