#MeToo – Es geht um Macht, nicht um Sex.

Werden Fälle von Missbrauch durch körperliche, sexualisierte oder psychische Gewalt bekannt, werden in der Öffentlichkeit jedes Mal folgende Fragen diskutiert:

Warum hat sich das Opfer nicht (früher) gewehrt?
Warum hat es nichts gesagt?
Warum hat es niemand im Umfeld bemerkt?

Handelt es es ich bei den Opfern um Kinder, verstehen die meisten Menschen, dass Kinder sich nur schwer wehren können und sich oft in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Täter oder zur Täterin befinden. Bereits bei Jugendlichen schwindet aber dieses Verständnis und dem Opfer wird häufig eine Mitschuld am Missbrauch zugeschrieben («Das Mädchen sah also schon sehr reif aus für ihr Alter, kein Wunder dass der Lehrer…»). Bei erwachsenen Opfern schliesslich fehlt das Verständnis oft völlig und es findet nicht selten eine komplette Täter-Opfer-Umkehr statt («Hätte sie mal nicht so einen kurzen Rock getragen»).

Für Aussenstehende ganz besonders schwer zu verstehen ist es, wenn erwachsene Menschen – manchmal über viele Jahre hinweg – mit einem gewalttätigen Partner zusammenbleiben. «Also ich würde sofort gehen!» denken sich da viele. Was Sie damit eigentlich meinen: «Mir könnte sowas nicht passieren.»

Das ist ein Schutzmechanismus, der erklärt, warum oft gerade Frauen missbrauchten oder belästigten Frauen besonders harsch eine Mitschuld unterstellen. Die Vorstellung, dass man als Frau jederzeit Opfer von (sexueller) Gewalt werden könnte (und keine Möglichkeit hat, dem zu entkommen), ist so unerträglich, dass es angenehmer ist, zu denken, dass die Opfer doch irgendwie «selbst schuld» sind. Dann braucht man sich selbst nur «richtig» zu verhalten und es passiert einem nichts.

Caroline Orr schreibt dazu im Playboy:

In social psychology, these beliefs are known as “just world beliefs”, a concept that explains how people view the world and why some blame others’ behavior when bad things happen to them. According to the this theory, humans are driven to believe that the world is a fair, predictable and just place where our actions determine our fate; where people get what they deserve and deserve what they get. This set of beliefs is thought to play an important role in making people feel safe and providing a sense of control by reducing perceptions of risk and vulnerability.

Caroline Orr: Why Do Women Point Fingers? The Rise of Victim-Blaming in a Country Under Assault

Die meisten Fälle von Missbrauch durch körperliche, sexualisierte oder psychische Gewalt finden im Rahmen von familiären, persönlichen oder beruflichen Beziehungen statt. Der anonyme Pädophile oder Vergewaltiger, der plötzlich hinter einem Busch hervorspringt, «weil er durch das Opfer dazu provoziert wurde» (*ähem*), ist eher selten. Meist kennen sich Täter und Opfer. Eine – private oder berufliche – Beziehung bedeutet, dass wir der entsprechenden Person ein gewisses Vertrauen entgegen bringen. Mit einem männlichen Kollegen/Vorgesetzten alleine im Besprechungszimmer? Kein Problem. Mit einem Bekannten im Auto mitfahren: Natürlich, warum denn nicht? Wir vertrauen ständig anderen Menschen. Wer niemandem vertraut, gilt als hysterisch oder paranoid. Wird das Vertrauen aber missbraucht, wollen die Opfer ihren Glauben an eine «gerechte Welt» trotzdem nicht aufgeben und suchen deshalb die Schuld zuerst bei sich selbst: «Ich war wirklich total naiv und dumm», «Das musste ja passieren», «Ich hätte halt XY nicht machen sollen». ect.

Die Schauspielerin Annabella Sciorra ist eine der Frauen, die den Filmproduzenten Harvey Weinstein der Vergewaltigung bezichtigen. Sie hat 20 Jahre lang geschwiegen, weil sie sich so geschämt hat:

Sciorra didn’t tell anyone about it. “Like most of these women, I was so ashamed of what happened,” she said. “And I fought. I fought. But still I was like, Why did I open that door? Who opens the door at that time of night? I was definitely embarrassed by it. I felt disgusting. I felt like I had fucked up.” She grew depressed and lost weight. Her father, unaware of the attack but concerned for her well-being, urged her to seek help, and she did see a therapist, but, she said, “I don’t even think I told the therapist. It’s pathetic.”

Ronan Farrow: Weighing the costs of speaking out about Harvey Weinstein

Auch die Täter nutzen den «gerechte-Welt-Glauben» um ihre Gewalttätigkeit zu rechtfertigen. Sie schlagen ihr Kind und sagen: «Das hast du verdient.» Oder sie sagen in der Therapie: «Wenn Sie so eine Frau hätten wie ich, hätten Sie auch schon zugeschlagen».

Zwar gibt es auch weibliche Täterinnen, aber Gewalt und speziell sexuelle Gewalt geht im überwiegenden Teil von Männern aus. Männliche Gewaltausübung wurde lange Zeit schlicht als «gegeben» akzeptiert. Vergewaltigung in der Ehe ist in der Schweiz erst seit 1992 und in Deutschland seit 1997 strafbar. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich Gewalttäter oft nicht für ihre Taten verantwortlich fühlen. Die Gesellschaft vermittelt Männern auch heute noch das Gefühl, es stehe ihnen zu, anderen Menschen Gewalt anzutun. Und Frauen zu «benutzen».

“I just kiss. I don’t even wait. And when you’re a star, they let you do it. You can do anything.”
“Grab them by the pussy. You can do anything.”

– Donald Trump, aktueller US-Präsident

Von dieser Aussage von Trump existiert ein Tonmitschnitt, der kurz vor der letztjährigen US-Präsidentschaftswahl veröffentlicht wurde. In einer öffentlichen Debatte darauf angesprochen, sagte Trump:

“Nobody has more respect for women than I do,” Trump said. And when Cooper asked, “Have you ever done those things?” Trump answered, “No, I have not.”

Dagegen stehen die Aussagen von mindestens fünfzehn Frauen, die Trump der sexuellen Belästigung bezichtigen. Die Sprecherin des weissen Hauses liess diesbezüglich kürzlich verlauten: «All the women who say Trump sexually harassed them are liars».

Hat noch jemand Fragen, warum Frauen die Täter so selten anzeigen?

Selbstverständlich sind nicht alle Männer Gewalttäter. Aktionen wie #Aufschrei oder #MeToo zeigen allerdings, dass männliche (sexualisierte) Gewalt ein integraler Bestandteil unserer Gesellschaft ist. Männer müssen nach wie vor viel zu selten wirkliche Verantwortung für ihr Tun übernehmen. Jedem Mädchen wird von klein auf beigebracht, wie es sich zu verhalten hat, dass es nicht vergewaltigt wird. Buben wird im Gegenzug nicht genau so selbstverständlich beigebracht, dass sie nicht belästigen oder vergewaltigen dürfen. Die Verantwortung nicht belästigt/vergewaltigt zu werden legt die Gesellschaft in die Hände der Opfer und nicht der – potentiellen – Täter. Und bei jeder Diskussion, in der Frauen darauf aufmerksam machen, wie alltäglich Übergriffe sind und wie belastend das ist, kommt von männlicher Seite garantiert früher oder später ein beleidigtes: «Darf man jetzt nicht mal mehr Flirten?»

Markus Theunert, Leiter des Schweizerischen Instituts für Männer- und Geschlechterfragen SIMG, dazu im Blick:

Wir von maenner.ch werden immer wieder gefragt: Wo ist die Grenze? Was darf Mann heute noch? Unsere Antwort: Es gibt keine eindeutige Grenze im individuellen Verhalten – weil es total auf die Situation und die Konstellation ankommt. Was sich jeder Mann fragen sollte, wenn er unsicher ist: Bin ich in Kontakt mit dem Gegenüber? Nehme ich das Gegenüber als Subjekt wahr – oder mache ich es zum Objekt meiner Begierde? Solange ich bezogen handle, also in Kontakt mit dem Gegenüber bin, ist die Gefahr eines Übergriffs minim. Wenn ich hingegen unbezogen handle, hat der Übergriff schon begonnen.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der man (manchen) erwachsenen Männern tatsächlich noch erklären muss, dass eine Frau ein gleichwertiges Gegenüber ist und kein Objekt, das sie nach ihren Wünschen «benutzen» können wie ein Spielzeug. In der sich manche Männer auf dem emotionalen Entwicklungstand eines 3-jährigen Kindes befinden, das keinerlei Verantwortung trägt und aus dessen Sicht nichts anderes zählt, als die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse. Und das die Bedürfnisse von andere Menschen (noch) nicht differenziert wahrnehmen kann. Bei kleinen Kindern ist dieses Verhalten natürlich und verständlich. Bei Erwachsenen (Männern) nicht.

Dennoch dürfen Männer mit dieser kindlichen Vorstellung beispielsweise in der immer weiter nach rechts abdriftenden NZZ regelmässig die «Political Correctness» geisseln, die ihnen – dem heterosexuellen privilegierten Mann – unverschämterweise Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen abverlangt. Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen! Sowas muss man sich mal vorstellen!

Slavoj Žižek in der NZZ vom 25.3.2017:

Die Ideologie, die die Verbreitung dieser angeblich respektvollen Haltung stützt, verdient eine nähere Betrachtung. Die Grundformel ist: «Nur Ja meint Ja!» Es muss ein explizites Ja sein, nicht bloss ein ausbleibendes Nein. «Nicht nein» läuft nicht automatisch auf ein «Ja» hinaus. Wenn eine Frau, die verführt wird, nicht aktiv Widerstand leistet, so bedeutet dies gar nichts – der Raum für Anklagen aller möglichen Formen von Nötigung bleibt offen.
Und hier wimmelt es plötzlich von Problemen: Was, wenn eine Frau es leidenschaftlich will, aber zu beschämt ist, es offen auszusprechen?

Ich übersetze das mal ins Deutsche: «Ich bin komplett unfähig (und auch unwillig) mich in die Frau einzufühlen, was zählt, ist einzig, ob ich sie vögeln kann – weil ein ‚richtiger‘ Mann das einfach tun MUSS.» Für Žižek (Jahrgang 1949) und für viele Männer, die ihm zustimmen, ist das Befinden oder die Wahrnehmung der Frau komplett irrelevant. Was zählt, ist einzig, dass sie in völliger Freiheit tun können, was sie wollen und weder davor, während oder danach auch nur die geringste Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssen.

Oder anders gesagt: Ich. Ich. Ich.

Interessanterweise sind aber auch diejenigen Männer, die eben noch Žižek zugejubelt haben, zu einem erstaunlichem Einfühlungsvermögen und klarer Verurteilung des Täters fähig, wenn das Opfer von Belästigung oder Missbrauch nicht weiblich, sondern männlich ist. Als der ehemalige Sonderschullehrer Jürg Jegge im Frühjahr in einem Interview sagte, dass seine sexuellen Beziehungen zu minderjährigen Schülern «im gegenseitigen Einvernehmen» stattgefunden hätten, haben ihm das selbst die erbittertsten Political Correctness – Gegner nicht abgenommen.

Hätte es sich bei den Opfern um Schülerinnen gehandelt, wäre das öffentliche Verdikt vermutlich nicht ganz so einhellig ausgefallen. «Ach, die erfinden das bloss, weil weil enttäuscht waren, weil er sie nicht genügend beachtet hat» oder «Die haben ihren Lehrer doch verführt, die kleinen Luder» hätte es vermutlich da und dort geheissen. Bei solchen Aussagen schwingt die andronzentristische Idee (die auch viele Frauen verinnerlicht haben) mit, dass sich der «Wert» einer Frau dadurch definiert, ob sie es schafft, Männern zu gefallen. («Die Frau wird immer in Abhängigkeit vom Mann definiert». – Simone de Beauvoir). Wenn sie das nicht schafft, fühlt sie sich «entwertet» und «rächt» sich. Oder wenn sie dem Mann so gut «gefällt», dass er sie belästigt/genötigt/vergewaltigt, dann soll sie das doch als «Anerkennung ihrer Weiblichkeit» sehen. So die krude Vorstellung.

Sind die Opfer männlich, kommt kaum jemand auf die Idee, ihnen zu sagen, dass sie das, was ihnen widerfahren ist, doch einfach als «Anerkennung ihrer Männlichkeit» sehen sollen und sie es deshalb doch auch auch «auch gewollt» hätten. Den Opfern von Jegge wird heute – als erwachsene Männer – zugestanden, dass sie etwas als Missbrauch definieren dürfen, was der Täter als «einvernehmlich» darstellt. Etwas, was erwachsenen Frauen häufig nicht zugestanden wird, da die Stimme eines – mächtigen – Mannes mehr zählt als ihre (siehe Trump et al). Als Sonderschüler waren einst auch die Opfer von Jegge in einer unterlegenen Position und selbst jenen, die damals etwas gesagt haben, wurde nicht geglaubt.

Der DOK-Film «Das System Jegge – Missbrauch im Schatten der Reformpädagogik» zeigt auch, wie wenig die damaligen «Verantwortlichen» bis heute Verantwortung übernehmen wollen:

Fredy Züllig, Ex-Lehrer, Ernst Atzenweiler, ehemaliger Bezirksschulpfleger, und Hans Rothweiler, damals Projektleiter in der Erziehungsdirektion, schauen in dem Dokumentarfilm staunend und uneinsichtig zurück auf die Vergangenheit. (…)

Jürg Jegge ist schuldig, ja, aber schuldig sind auch all diese Wegseher – wenn nicht juristisch, so doch im moralischen Sinne. Die einzige Person, die im Film zu ihrem Versagen steht und den Abhängigkeitsfilz unter Heilpädagogen benennt, ist eine Frau. «Ich war ein Feigling», sagt Hanna Brauchli, die im Stiftungsrat des Märtplatzes von Jürg Jegge sass (…).

«Missbrauch ist lernbar» Rezension im Tagesanzeiger vom 6.10.2017

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet die einzige Frau im Film bereit ist, Verantwortung für ihr Wegsehen zu übernehmen, während die Männer lieber in den guten alten Zeit schwelgen, wo man mit dem Kumpel Jegge (dessen Arbeit man eigentlich offiziell hätte beaufsichtigen sollen), «so gut eins trinken gehen konnte.» Das liegt nicht daran, das Frauen bessere Menschen wären, aber Frauen wird von klein auf beigebracht, Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur für sich, sondern vor allem auch für das Wohlergehen von anderen. Das geht sogar soweit, dass Frauen, die belästigt oder vergewaltigt wurden, nicht an die Öffentlichkeit gehen, weil sie glauben, nicht das Recht zu haben, die Reputation, die Karriere oder die Familie des Täters zu zerstören. Die britische Journalistin Laurie Penny schreibt:

We are expected to show a level of concern for our abusers that they would never show us in return.

und:

We’ve been raised to believe that men’s emotions are our responsibility. Even the men who hurt us.

Penny beschreibt auch, wie Frauen, die es trotzdem wagten, die Täter anzuzeigen, in der Vergangenheit oft als «psychisch instabil» abgestempelt wurden, um ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben – und zwar bis zu dem Punkt, an dem nicht nur die Umgebung, sondern auch die Frauen selbst, an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln begannen. Und genau das war und ist die Absicht von Männern wie Weinstein, Žižek, Trump und vielen vielen anderen, um ihre Macht und die ihrer Kumpels aufrecht zu erhalten und ihr egomanisches und rücksichtloses Tun ungestört weiterführen zu können. Ihr Verhalten ist eingebettet in ein sich selbst aufrecht erhaltendes Machtsystem. Nachdem auch gegen immer mehr einflussreiche Männer aus der Medienbranche Vorwürfe wegen sexueller Belästigung laut wurden, schreibt Rebecca Traister:

In hearing these individual tales, we’re not only learning about individual trespasses but for the first time getting a view of the matrix in which we’ve all been living: We see that the men who have had the power to abuse women’s bodies and psyches throughout their careers are in many cases also the ones in charge of our political and cultural stories. (…)

[The Media] is an industry, like so many others, dominated by white men at the top; they have made the decisions about what to cover and how, and they still do.

Rebecca Traister: Our National Narratives Are Still Being Shaped by Lecherous, Powerful Men

Dies könnte auch erklären, warum die (männerdominierten) Medien vor der US-Präsidentschaftswahl den E-Mails von Clinton tausendfach mehr Aufmerksamkeit widmeten als Trumps zweifelhaftes Verhalten gegenüber Frauen:

Dadurch, dass nun immer mehr Fälle von Belästigung, Nötigung und Vergewaltigung an die Öffentlichkeit kommen, merken viele Frauen, dass gar nie sie diejenigen waren, die etwas falsch gemacht haben und deshalb zum Opfer geworden sind, sondern dass der Machtmissbrauch einflussreicher Männer systemimmanent ist.

Nochmal Laurie Penny:

A lot of women have realized that they were never crazy, that even if they were crazy they were also right all along, and — how shall I put this? — they (we) are pissed.

Laurie Penny: We’re All Mad Here: Weinstein, Women, and the Language of Lunacy

Brit Marling über die Unmöglichkeit zu «freier» Zustimmung unter ökonomischem Druck:

For me, this all distills down to the following: The things that happen in hotel rooms and board rooms all over the world (and in every industry) between women seeking employment or trying to keep employment and men holding the power to grant it or take it away exist in a gray zone where words like “consent” cannot fully capture the complexity of the encounter. Because consent is a function of power. You have to have a modicum of power to give it. In many cases women do not have that power because their livelihood is in jeopardy (…)

Brit Marling: Harvey Weinstein and the Economics of Consent

Zwischenmenschliche Beziehungen sind ausserordentlich komplex. Es gibt unendlich viele Gründe, warum sich Opfer von physischer, sexualisierter oder psychischer Gewalt nicht wehren oder (lange) nichts sagen (Scham, Machtgefälle, finanzielle Abhängigkeit, direkte Drohungen oder emotionale Manipulation durch den Täter, ect.). Machtmissbrauch findet allerdings nicht im luftleeren Raum statt, sondern in einer Gesellschaft, die das zulässt, weil sie oft lieber wegschaut. In Hollywood genauso wie im Schweizer Sozialbereich.

Jegge war dort nicht der erste Fall (und er wird wohl leider auch nicht der letzte sein). 2013 wurde bekannt, dass ein Schulsozialarbeiter während dreizehn Jahren 21 Buben sexuell missbraucht hatte. Genau wie Jegge galt er als «Pionier» in seinem Bereich (Schulsozialarbeit/ADHS) und seine Arbeit wurde – wie bei Jegge – in den Medien immer wieder äusserst wohlwollend portraitiert. Das Publikum mag solche Storys über Personen, die sich – scheinbar erfolgreich – um die Schwächsten oder Schwierigsten der Gesellschaft kümmern. Deshalb gestalten Medien das Narrativ des ultimativen «Heilsbringers» oft nur allzu willig mit. Ein solcher Star-Status macht es für Täter einfacher, Opfer unentdeckt zu missbrauchen und für Opfer deutlich schwieriger, Gehör zu finden. Denn es kann – es darf – doch nicht sein, dass dieser tolle Pädagoge/Sozialarbeiter/Psychologe, der auch in den Medien immer so kompetent auftritt, Kinder/Patienten/Mitarbeitende belästigt oder missbraucht. Das oder die Opfer müssen sich irren, ganz bestimmt.

Damit soll nicht gesagt werden, dass jeder im Sozialbereich Tätige als potentieller Täter verdächtigt werden sollte. Aber die Medien sollten gerade über soziale Tätigkeitsfelder, wo Beziehungen eine so wichtige Rolle spielen und gleichzeitig die Macht so ungleich verteilt ist, in Zukunft kritischer berichten. Dazu gehört auch, dass möglichst unterschiedliche Perspektiven gleichberechtigt einbezogen werden. Das kann zum Beispiel heissen, dass nicht nur die Meinung eines Experten, sondern auch Stimmen von Betroffenen eingeholt werden und zwar auch gegensätzliche. Ebenso wichtig wäre es, dass zu bestimmten Themen nicht immer die gleichen Experten in den Medien zu Wort kommen. Laut einem Bericht des Global Media Monitoring Project sind 75% der Experten in den Schweizer Medien Männer. Da im Sozialbereich deutlich mehr Frauen als Männer tätig sind, fragt man sich gelegentlich schon, warum die in den Medien regelmässig sichtbaren «Experten» (Pädagogen, Sozialwissenschaftler, Psychologen und Psychiater) so überproportional häufig männlich sind.

Wie gesagt, es geht um strukturelle Macht. Und wer mächtig ist, definieren die Medien auch dadurch, wem sie eine – öffentliche – Stimme geben.

In diesem Sinne:

Wie Rechtspopulisten versuchen, systematisch die Glaubwürdigkeit der Medien zu untergraben – Und warum.

Rechtspopulisten unterstellen den Medien systematisch subtil oder weniger subtil («Lügenpresse!») , «nicht wahrheitsgemäss» zu berichten. «Wahrheitsgemäss» nach der Vorstellung der Rechten hat allerdings wenig mit Ausgewogenheit, effektiven Fakten und vertrauenswürdigen Quellen zu tun. Vielmehr wird (u.a. mit Hilfe von Glaubenskrieger-Armeen im Internet) Druck aufgebaut, um zum einen die Schwerpunkte in der Medienberichterstattung zu verschieben und zum anderen das Vertrauen in die Medien generell zu schwächen. Beides dient der rechten Agenda.

Im Oktober versammelten sich im Toggenburg 6000 vorwiegend deutsche Neo-Nazis zu einem Rockkonzert. Die Folge von «Teleblocher», in der der Alt-Bundesrat die Medien für ihre Berichte über den Anlass abkanzelte («Do isch jo gar nüüt gsi, alles anständigi Tüpe sind das gsi») verbreitete sich daraufhin in den sozialen Medien. Was Blocher noch im selben Atemzug sagte, hat vermutlich kaum jemand beachtet. Er flocht als Beispiel für die «Unausgewogenheit» der Medien einen kurzen Exkurs ein, wonach eine Zeitung (er sagte nicht, welche) nur ganz klein (entsprechende Handbewegung) über einen Vorfall berichtet hätte, bei dem kürzlich ein Mann in Freiburg im Breisgau an den Folgen einer Schlägerei gestorben sei.

Man fragte sich, warum sich Blocher für Todesfälle im deutschen Freiburg im Breisgau interessiert und weshalb er dann die dort zur selben Zeit vergewaltigte und getötete Studentin nicht erwähnt. Die Antwort wird sogleich klar: «Es heisst» so Blocher, «die Täter seien südländische Typen gewesen. Da wurde einer totgeschlagen und dann so eine kleine Meldung. Fertig».

Es geht Blocher mitnichten um das Opfer. Es geht darum, politisches Kapital aus dem «südländischen Aussehen der Tatverdächtigen» zu schlagen (Die Täter – italienischer Herkunft – wurden mittlerweile ermittelt; nach ihrer Darstellung wurden sie vom «Opfer» angegriffen). Blocher impliziert zudem, dass die Medien die «wirklich relevanten Dinge» nicht ihrer «Wichtigkeit» gemäss abbilden. Neo-Nazi-Konzert in der Schweiz: unwichtig. Todesfall mit südländischen Tatverdächtigen in Deutschland: wichtig.

Eine vergewaltigte und ermordete Studentin: Offenbar erstmal nicht wichtig. Frauen werden vergewaltigt. Und ermordet. Wenn man täglich alle Fälle aus ganz Europa auf die Titelseite setzen oder in der Tagesschau darüber berichten würde, hätte da nichts anderes mehr Platz. Alleine die Frauen, die von ihrem (Ex)Partner in Deutschland (131), Österreich (18) und der Schweiz (22) pro Jahr umgebracht werden, reichten schon für ziemlich viele Titelseiten.

Man hört allerdings eher selten nie von rechter Seite, darüber müsste dringend jedesmal berichtet werden. Im Gegenteil: Wird in einem Artikel im Tages Anzeiger erwähnt, dass 75% der Opfer häuslicher Gewalt in der Schweiz Frauen sind,  wird im Kommentarbereich (von Männern) sofort lautstark und gehässig die «Echtheit» dieser Zahl bezweifelt. Dass die ARD-Tagesschau – anders als andere Medien – nicht über den Mord an der Studentin in Freiburg berichtete, ist auch niemandem aufgefallen. Die «Lügenpresse!»-Rufe der rechten Glaubenskrieger gingen erst einige Wochen später los, als die Tagesschau auch nicht über die Festnahme eines Tatverdächtigen berichtete. Denn beim Tatverdächtigen handelt es sich um einen jungen Asylsuchenden aus Afghanistan. Der rechte Internet-Mob tobte. ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke erklärte in einem Statement:

Wir berichten nur sehr selten über einzelne Kriminalfälle. Es gibt im Medienmarkt Redaktionen, die sich auf die Berichterstattung über Kriminalfälle spezialisiert haben und dies in der Regel auch sehr angemessen tun. Die Tagesschau berichtet über gesellschaftlich, national und international relevante Ereignisse. Da zählt ein Mordfall nicht dazu.

Doch der rechte Mob im Netz tobte weiter.

Auch die Redaktion der «Zeit» hat sich Gedanken gemacht, wie sie den LeserInnen transparent machen kann, was «Journalistische Arbeit» überhaupt bedeutet. Sie lancierte deshalb Anfang Dezember das Projekt «Glashaus». Jochen Wegner, der Chefredakteur der «Zeit», schreibt im ersten Beitrag:

Ab sofort werden wir im Glashaus gelegentlich erklären, wann ein Thema für uns relevant genug ist, um es aufzugreifen. Wann eine Information uns so valide erscheint, dass wir sie veröffentlichen. Warum wir Bilder von Toten meist nicht zeigen, in seltenen Fällen aber doch. Warum wir uns nicht grundsätzlich verpflichten wollen, die Namen von Terroristen nicht zu nennen und ihre Porträts nicht zu zeigen. Wann wir die Herkunft eines Tatverdächtigen nennen, wann seinen vollen Namen.

Also ein Art «Sendung mit der Maus für Glaubenskrieger» (Das ist Paul. Paul ist Journalist. Paul wird uns heute erklären, was ein Journalist so macht…). Ob das allerdings was bringt, ist fraglich. «Glaubenskrieger» definiert die Journalistin und Buchautorin («Hass im Netz») Ingrid Brodnig nämlich folgendermassen:

Sie sehen sich in einem Informationskrieg und in ihrem Weltbild so sehr im Recht, dass sie bereit sind, ethische Grenzen zu überschreiten. Das erleben wir beispielsweise in der Flüchtlingsdebatte. Hier sind sehr viele User so extrem von ihrer eigenen Wahrheit eingenommen, dass man sie mit Argumenten kaum noch erreicht.

Brodnig zeigt im Interview mit der Zeit auch auf, wie sich mit dem ständigen Wiederholen von Halbwahrheiten der Eindruck erwecken lässt, dass doch etwas dran sein muss:

Ein gutes Beispiel dafür gibt der Mythos von den vergewaltigenden Muslimen in Schweden ab, den Internetseiten wie Politically Incorrect damit belegen wollen, dass die Vergewaltigungsrate seit 2006 sprunghaft um mehr als 200 Prozent angestiegen ist. Das ist ein Fakt, nur wird der irreführend interpretiert. Die Zunahme an registrierten Vergewaltigungen hängt mit einer Gesetzesreform zusammen. In Schweden gibt es seit 2006 ein sehr viel strengeres Verständnis davon, wann jemand wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen werden kann als zuvor. Außerdem werden Täter in Schweden nicht nach ihrer Herkunft und Religion registriert. Islamfeindliche Blogs behaupten aber einfach, Muslime seien schuld – auch wenn das einer strengen Prüfung nicht standhält.

Im vergangenen Jahr wurden diverse Ereignisse von Rechtspopulisten hemmungslos für ihre Zwecke ausgeschlachtet. Rechtspopulisten und ihre Glaubenskrieger-Armeen benehmen sich mittlerweile wie Geier, die sich geradezu freudig erregt auf alles stürzen, was ihre Weltsicht stützt. Oder auch nur stützen könnte – so genau nimmt man es mit den Details nicht. «Je mehr Opfer/Tote, desto besser» scheint ihre Devise zu sein.

Das Ausmass der Belästigungen an Silvester in Köln zeigte sich erst nach einigen Tagen. Die rechten Glaubenskrieger empörten sich daraufhin nicht nur über die Vorfälle an sich, sondern beschuldigten Polizei, Politik und Medien, dass diese die Vorfälle angeblich «vertuschen» wollten. Diverse regionale Medien hatten allerdings bereits am frühen Abend des 1. Januars 2016 berichtet, dass mehrere Frauen in der Nähe des Kölner Bahnhofs sexuell belästigt worden waren. Das hat erstmal schlicht kein grösseres Publikum interessiert. Frauen werden halt belästigt.

«Interessant» wurde das Ganze erst, als das Ausmass und vor allem das «ausländische Aussehen» der Täter bekannt wurde. Die «Empörung» der rechten Glaubenskrieger über das «Frauenbild der Flüchtlinge» hält manche allerdings nicht davon ab, der nächstbesten Feministin im Internet bildhafte Vergewaltigungsdrohungen zu schicken und «übertriebene politische Korrektheit» als Grund allen Übels zu geisseln. (Einer deutschen Studie zufolge verschwimmen die Grenzen zwischen Nationalkonservatismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus zunehmend. Die Ablehnung von Feminismus sei aber sozusagen die «gemeinsame Klammer» der politischen Rechten).

Auch als am 22. Juli ein Amokschütze in München neun Menschen tötete, tobten die rechten Glaubenskrieger: Die «Lügenpresse» wolle ihnen einen «Ali» als «David» verkaufen! Die Süddeutsche Zeitung schrieb dann in einem Erklärstück dazu:

Wie lautet der Name des Amokläufers von München? Heißt der Mann nun David S., wie ihn die SZ nennt, oder Ali David S., so wie ihn andere Medien nennen? (…)Die SZ hat die Frage des Namens bereits am Morgen nach dem Amoklauf mit amtlichen Stellen erörtert. Die Antwort: In seinem Reisepass steht David S. Seine Schulkameraden nannten ihn aber Ali. Erst sechs Tage später stellte sich heraus, dass der Amokläufer erst Anfang Mai seinen Namen in allen amtlichen Dokumenten in David hat ändern lassen – direkt nachdem er volljährig geworden war. Von einem Dawoud jedoch war noch nie etwas zu lesen – das entspringt eher dem Wunsch mancher Bürger, den Amokläufer zusätzlich als Fremden zu markieren. Geboren und aufgewachsen ist der Mann in München.

Das Prinzip des rechten Mobs ist immer das gleiche: Auf sie mit Gebrüll, Häme, Hass und Hetze. Differenzierung? Details? Seriöse Quellen? Braucht kein Mensch. Öl ins Feuer giessen dabei immer auch rechte Politiker und Journalisten. So verbreitete der Zürcher SVP-Nationalrat Claudio Zanetti kurz nach Bekanntwerden des Amoklaufs in einem Zug bei Salez am 14. August folgenden Tweet:

zanettisalez

Und Weltwoche-Journalist Florian Schwab fragte ganz subtil:fs

Als sich dann herausstellte, dass der Täter ein (weisser, eingeborener) Schweizer war (der wegen Drohungen gegen eine Lehrerin einige Jahre zuvor ein Gymnasium hatte verlassen müssen), war die Sache nicht weiter interessant. Die zwei Frauen, die der Täter umgebracht hatte, auch nicht. Die Opfer sind für die Rechten immer nur dann interessant, wenn sie sie für ihre Zwecke instrumentalisieren können.

Nur wenige Stunden bevor am 19. Dezember ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz raste, verabschiedete der Bundesvorstand der AfD ein Strategiepapier, in dem von «sorgfältig geplanten Provokationen» die Rede ist, die andere Parteien nervös machen und zu unfairen Manövern verleiten sollen. Das Kalkül der AfD-Führung: Je mehr die Rechtspopulisten stigmatisiert werden, «desto positiver ist das für das Profil der Partei».

Die Strategie scheint zu erklären, weshalb die AfD-Funktionäre dann so drastisch auf den Anschlag vom Breitscheidplatz reagieren. Da twittert André Poggenburg, Rechtsaußen aus Sachsen-Anhalt: „Das Gutmenschengejaule zu Terror in Berlin wird gleich einsetzen.“ Aus der AfD-Jugend wünscht man dem SPD-Vize Ralf Stegner „fast Bekanntschaft mit einem Lkw-Reifen“, weil dieser festgestellt hatte, dass es absolute Sicherheit in einer freiheitlichen Demokratie nicht gebe. „Es sind Merkels Tote“, behauptet Marcus Pretzell, Chef der NRW-AfD und verweist auf die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. (…)
Noch während am Breitscheidplatz die Ermittler die Spuren sichern und Ärzte die Schwerverletzten versorgen, instrumentalisiert die AfD die Tat für ihre Agenda.

Quelle: sueddeutsche.de

Als bekannt wurde, dass am Weihnachtsmorgen in Bramois (VS) mehrere Menschen von einem Mann mit einem Messer angegriffen wurden (die Polizei verneinte einen religiösen Hintergrund // Ergänzung 31.12.16: Der Täter litt an einer psychotischen Störung mit Wahnvorstellungen), verpassten einschlägige Kreise dem Ereignis sofort einen «muslimischen» Hintergrund. Die internationalen rechten Islam-«Kritiker» sind so gut vernetzt, dass sich diese «Meldung» innerhalb kürzester Zeit rund um den Erdball verbreitete.

SVP-Nationalrat Zanetti reagierte auch hier wieder mit einer ganz «subtilen» Fragestellung:

zanetti-spencer

Robert Spencer, dessen Tweet Zanetti zitiert, ist nicht irgendwer. Spencer nennt sich «Director of Jihad Watch» und ist bei rechtsaussen Parteien in den USA (Tea Party) und Europa ein gern gesehener Redner. Der rechtsextremistische und islamfeindliche Massenmörder Anders Breivik, der am 22. Juli 2011 in Norwegen 77 Menschen ermordete, zitierte Robert Spencer in seinem «Manifest» über 50 mal.

Roger Köppel behauptete nach den Anschlägen vom 22. Juli 2011 im Editorial der Weltwoche:

Es gibt keine direkte Luftlinie, die von der Tea Party über die SVP zum Massaker auf der Jugendinsel führt.

Und:

Wenn man Breivik trotzdem politisch lesen möchte, dann böte sich mit allen Vorbehalten eine ganz andere Deutung an als die partei­politisch motivierten Versuche, den Massenmörder in einen Sinnzusammenhang mit rechtspopulistischen Parteien zu stellen, die das europäische Establishment herausfordern. Breivik ist nicht das Produkt dieser oppositionellen Strömungen. Wenn schon, wäre Breivik das Resultat einer Unzufriedenheit und Ohnmacht, die europaweit von der elitären, der Lebensrealität der Leute immer stärker entrückten politischen Klasse verursacht werden. Breivik ist die pervertierte Variante des europäischen «Wutbürgers». Damit ist die wachsende Zahl von Frustrierten und Alleingelassenen gemeint, die sich im normalen ­Politspektrum nicht mehr wiederfinden.

Fünf Jahre später liest sich das nicht mehr nur wie eine völlige Verdrehung, sondern wie eine Drohung. Kurz nach der Wahl von Donald Trump schrieb Jeremy Mc Lellan:

One of the most common characteristics of abusers that I noticed when I worked with people with disabilities was the attitude that the client’s resistance to the abuse was itself thought of as justification for the abuse. Once that feedback loop is established, control is justified through both acquiescence and resistance, and there’s nothing the client can do (behavior wise) to escape. The same holds true for abusive relationships, prisons, police, or any other kind of authoritarian regime. The broader message is “Your resistance to my behavior is the reason I behave this way in the first place.”

Remember this over the next four years when you hear the trope “See this is why Trump won.” If you call his appointees racist, that’s why Trump won. If you boo Mike Pence, that’s why Trump won. If you protest in the streets, that’s why Trump won. If you insult him or his supporters, that’s why Trump won. It’s a rhetorical tool for neutering resistance. Always ask what function it serves.

So wie die europäischen und schweizerischen Rechtspopulisten die Medien als «Lügenpresse» diffamieren, greift auch Trump immer wieder die Presse an:

trump_nt

Die effektive «Wahrheit» spielt dabei keine Rolle mehr. Dazu Hannah Arendt:

The ideal subject of totalitarian rule is not the convinced Nazi or the dedicated communist, but people for whom the distinction between fact and fiction, true and false, no longer exists.
― Hannah Arendt, The Origins of Totalitarianism

Weiterführend:
«Der Wille zur Macht – und nicht die Liebe zum Volk – ist die Triebfeder der Populisten.» (Tages Anzeiger)
«Die gerne erzählte Geschichte vom links-grünen/linksliberalen Schweizer ‚Medien-Mainstream‘ ist ein Märchen» (Tages Woche)